Interview Herbert Cool | Biathlon-online.de (German)

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In wenigen Wochen beginnt die neue Saison im IBU und Weltcup. Wir haben uns vor der Abreise nach Skandinavien mit Herbert Cool aus den Niederlanden getroffen. Er trainiert und lebt seit nunmehr 6 Jahren in Ruhpolding und um weiterhin erfolgreich zu trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen zu können, gründete er sein „Team Cool“.

Herbert, normalerweise bist du im Weltcup und im IBU Cup als Einzelkämpfer unterwegs.. Wie war die Erfahrung bei der U 26 EM in Ridnaun letzte Saison, bei der Holland mit einer Herren-Staffel an den Start gehen konnte?
Das war wahrscheinlich das erste und letzte Mal, die EM ist ja U26, ich bin jetzt Ü26. Jetzt wird es wieder eine ganze Weile dauern, nur eine WM käme wieder in Frage, aber es war top. Leider ist das System bei der IBU so, dass die Nationenwertung sehr wichtig ist, und viele Nationen können immer eine Staffel aufstellen und wir nicht. Da verlieren wir sehr viele Punkte, obwohl wir von den Ergebnissen besser sind als manch andere Nationen. Dadurch haben andere Nationen auch mehr Startplätze. Aber bei der EM  war es lustig, auch mal Ersatzschüsse nutzen zu dürfen.

Du hast hier in Ruhpolding mit Tobias Reiter einen vergleichbar jungen Trainer an deiner Seite, wie gestaltet sich da das Training, wenn man den eigenen Trainer noch als aktiven Sportler erlebt hat?
Das ist jetzt meine sechste Saison hier in Ruhpolding und bisher hatte ich hier keinen Trainer. In Holland ist der Verband finanziell nicht so gut aufgestellt und konnte sich somit auch keinen Trainer leisten. Ricco Groß hat mir viel geholfen, dafür bin ich ihm sehr dankbar! Natürlich waren die Ergebnisse auch nicht so, wie ich sie mir erhofft hatte, trotz Höhepunkten wie z.B. der 50. bei der WM, als ich 23 Jahre alt war. Dann habe ich mit dem Verband gesprochen, weil ich der Meinung war, dass ich hier allein mein Training besser gestalten kann.

Danach habe ich mein eigenes Team gegründet, Team Cool. Tobi hat dann seine aktive Karriere beendet und ich wusste von ihm, dass er immer extrem akribisch und ehrgeizig war. Persönlich komme ich sehr gut mit ihm klar und da dachte ich, eigentlich wäre er der perfekte Typ als Trainer für mich. Und so habe ich ihn gefragt und er hat ja gesagt. Das ist ja auch wichtig! Bereits letzten Winter hat man Ergebnisse gesehen, obwohl wir da erst ein Jahr zusammenarbeiteten. Durch die guten Ergebnisse haben wir nun auch wieder einen Weltcupstartplatz.

Aber da ich vom Verband keine Unterstützung erhalte, bin ich völlig auf Sponsoren angewiesen! Wenn mich also jemand unterstützen möchte und Teil des „Team Cool“ werden möchte, würde ich mich natürlich sehr freuen!!

Herbert Cool mit Trainer Tobias ReiterDann bist du also auch in Östersund dabei?
Das hängt von einer internen Quali ab und davon wie es in Idre läuft. Aber Hochfilzen und Annecy laufe ich fix.

Bereits im Sommer hast du dich dem Trainingslager der US Mannschaft angeschlossen. Wird das im Winter ebenso sein?
Ja auf jeden Fall. Bevor ich nach Ruhpolding kam, war ich ein Jahr in den USA und habe dort bei den amerikanischen Junioren mittrainiert. Seitdem gibt es immer eine gute Verbindung. Und hier in Ruhpolding kam ich über Ricco Groß auf Bernd Eisenbichler, dem High Performance Direktor der Amerikaner. Und da Bernd als Skitechniker für die Amerikaner gearbeitet hat, kamen die Amerikaner in mein Leben zurück! Im Winter reise ich mit ihnen, wohne in denselben Hotels und meine Ski werden auch von ihnen präpariert. Dadurch profitiere ich auch von den Ski von Muck Bauer aus Schleching. In meiner Position ist dieser Weg so viel effizienter, als würde ich selbst alles machen. Auch sind die Amis mittlerweile wie eine Familie für mich, ich fühle mich sehr gut aufgehoben und es macht auch viel Spaß mit ihnen.

Bald geht die Saison los, warst du schon auf Schnee?
Ja! Wir waren auf dem Dachstein. Das war super! Und wir haben uns entschieden nicht zu früh nach Skandinavien zu fahren und es hat sich herausgestellt, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Meine Erfahrung ist auch, dass man nach 2 Wochen Skandinavien, mit weniger Licht und intensivem Training und den Wettkämpfen, ausgelaugt und müde wieder nach Mitteleuropa kommt. Da fahre ich lieber ein paar Mal rüber zum Dachstein.  Am 15. November aber wird es dann losgehen nach Schweden!

Wir wünschen natürlich einen guten Saisonstart und viel Erfolg weiterhin im IBU und Weltcup!